Umfrage durch abh Market Research GmbH

Die Ergebnisse der Umfrage können in der rechten Spalte eingesehen werden.

Gründung des gemeinnützigen Vereins „Kirchengemeinde vor Ort“

Am 24 Juli 2019 wurde der Verein „Kirchengemeinde vor Ort“ in Meckel von 10 anwesenden  Mitgliedern gegründet.

Weitere Informationen unter "Über uns"

Auswertung des Anhörungsverfahren

Presseerklärung der Initiative vom 16. August 2019

Die Strukturreform muss sofort gestoppt werden!

Schon die vom Bistum selbst in Auftrag gegebene Auswertung der Anhörung belegt, dass die Mehrheit der Gremien und Priester die Strukturreform ablehnen

Initiative prüft eigene demoskopische Umfrage unter allen Christen des Bistums

Die vom kirchennahen Pragma-Institut präsentierte Auswertung der Stellungnahmen zur Anhörung belegt die massive Ablehnung der von Bischof Dr. Ackermann vorgesehenen Strukturreform.

Dabei ist das Pragma-Institut zudem selbst im Bistum Aachen von dem ehemaligen Trierer Weihbischof Dr. Dieser damit beauftragt, den dortigen Veränderungsprozess zu entwickeln, worauf es unter seinen Referenzen hinweist. Dagegen hat sich im Bistum Aachen bereits eine Initiative gebildet.

Somit ist das Pragma-Institut sicher nicht als unbeteiligt, unabhängig und neutral in der Bewertung von derartigen Strukturänderungen in Bistümern zu betrachten. Es wurde quasi der Bock zum Gärtner gemacht, wie auch die heutige langatmige, verschleiernde und alle Fakten schön färbende Präsentation von reiner selbst gestylter Statistik gezeigt hat.

Aber selbst die so eingeschränkt zu betrachtende Auswertung der über 90 %-igen Rückmeldungen aus den Anhörungen der Gremien belegt, dass die Mehrheit der Strukturreform negativ gegenübersteht. Die bei der vorgenommenen Auswertung als „neutral“ -in einer früheren Fassung als „ausgewogen“- bezeichneten Bewertungen spielen dabei keine Rolle, da sie ja mindestens ebenso viele negative wie positive Elemente enthalten und in ihrer Konsequenz ohnehin nicht gewichtet wurden.

Somit ist eine Mehrheit von 37 % zu 32 % gegen die Strukturreform. Auch bei den Priestern ist eine Mehrheit von 46 % gegenüber 31 % dagegen, wie auch bei den Verwaltungsräten mit 45 % zu 33 %. Selbst wenn man die Neutralen noch berücksichtigen würde, die ja durch einfache Subtraktion –ohne Gewichtung- seitens Pragma ermittelt wurden, wären immer noch fast die Hälfte der Pfarrer, der Verwaltungsräte, der Kirchengemeinderäte gegen die Strukturreform.

Besonders plastisch ist eine Folie über die in den Rückmeldungen enthaltenen negativen Bewertungen. Darauf ist belegt, dass in 83 % der Rückmeldungen der Pfarrer, Pfarrverwalter, Pfarrgemeinderäte und bei 69 % der Pfarreienräte, etc. eine negative Bewertung enthalten ist.

Dagegen ist eine zustimmende Mehrheit nur bei den Dechanten und Dechantenkonferenzen mit 55 % angegeben, was zeigt, dass die Mehrheit der Funktionäre „Dechanten“ gegen die Mehrheit der Basis steht.

Die Initiative „Kirchengemeinde vor Ort“ ist besonders erfreut darüber, dass es ihr gelungen ist, trotz der vom Bistum abgelehnten Weitergabe der Gremienadressen, mindestens 46 %, auf einer späteren Folie heißt es sogar 47 %, aller Gremien zur Verwendung der von ihr vorgeschlagenen Formulierungen der Ablehnung zu bewegen.

Auffallend ist,dass die untere Ebene (Pfarrgemeinderat, Verwaltungsrat, Kirchengemeinderat) eine Rücklaufquote von 94 bis 97 % erreichen,

Leitende Pfarrer, Pfarrverwalter und Priesterteams als Hauptamtliche nur  60 %.

Muss davon ausgegangen werden, dass viele Priester resigniert haben?

Um die Auswertung des Pragma-Instituts noch besser in seiner negativen Bewertung der Strukturreform zu verstehen, sind die unter „Relevante Themen und Beispiele“ aufgeführten Aussagen besonders hervorzuheben. Diese Darstellungen enthalten kräftige Ohrfeigen für die Bistumsleitung. Denn es ist (mit den rot eingedruckten Kästchen) deutlich zu sehen, dass rund 65 % aller Antwortmuster den territorialen Zuschnitt durch die neuen Riesen-Pfarreien ablehnen.

Ebenso werden, wie die nachfolgenden Balkendiagramme, „Unklarheiten und Kritik“ zeigen die sog. Verwaltungsteams von 64 %, der Rat der Pfarreien von 61 % und die sog. Leitungsteams von 57 % abgelehnt. Die völlig überladene und nicht durchschaubare Neuschöpfung der sog. Synodalversammlung wird danach sogar von 88 % wegen der Defizite in der Repräsentation/Proporz, der Ineffizienz durch die Größe und der geringen Tagungsfrequenz abgelehnt. 83 % sind nach dieser Aufstellung auch gegen das sog. Einkammersystem innerhalb des Rats der Pfarreien. Auch die Kritik am Rat der Pfarrei ist mit 76 % aller Antwortmuster wegen der unklaren Zusammenarbeit, der Rekrutierungsprobleme bei Ehrenamtlichen und den Zweifeln an den Kontrollmechanismen, insbesondere im Hinblick auf Interessenskonflikte, sehr stark.

Klar und deutlich wird der Vermögensübergang, also die Quasi-Enteignung, von den einzelnen Kirchengemeinden auf die zentrale XXL-Pfarrei von rund 80 % abgelehnt.

Dabei haben 47 % der Stellungnahmen die Argumentation der Initiative „Kirchengemeinde vor Ort“ übernommen. Der Übertragung von Vermögen, Kirchen und Pfarrheimen wird damit massiv widersprochen, ebenso wie der Abschaffung aller Gremien vor Ort.

Nicht überraschend ist, dass bei den sog. „Orte von Kirche“ wohl 82 % deutliche Kritik üben, da diese neugeschaffenen sog. „Orte von Kirche“, die sich in Kindergärten, Krankenhäusern oder sonstigen Einrichtungen bilden sollen, als völlig rechtlose, freischwebende Kunstsatelliten im Orbit der neuen zentralen Riesenpfarrei gesehen werden.

Insgesamt lässt die Auswertung an mehreren Stellen erkennen, dass sich die Ehrenamtlichen, die überhaupt noch bereit sein werden, bei Umsetzung dieser Strukturreform noch weiter zu machen, verunsichert und mit viel zu wenig Verantwortung ausgestattet fühlen und deshalb ihre Motivation für die Zukunft deutlich in Frage stellen.

Trotz dieser vom kirchennahen, dem Bistum selbst beauftragten Pragma-Institut aufgezeigten deutlichen Ablehnung der Strukturreform, wollen der Bischof und sein Generalvikar, wie bereits auf der Internetseite verkündet, unbeeindruckt das Gesetz für die gigantische und epochale Neustrukturierung erlassen und bereits die Dekrete für die ersten 15 XXL Pfarreien zur Anhörung übersenden.

Dieses Verhalten ist für die Initiative „Kirchengemeinde vor Ort“ absolut nicht mehr nachvollziehbar. Die Spaltung des Bistums ist für jeden offensichtlich. Die sture Uneinsichtigkeit und fehlende Kompromissbereitschaft des Bistums kann nur dadurch erklärt werden, dass der Bischof, komme was wolle, die Priester unter seine Kuratell bringen will, da er in Zukunft nur noch 35 Pfarrer -zudem auf 6 Jahre befristet- haben würde, und dass es ihm wichtig ist, jetzt alle Vermögenswerte und Kirchen der einzelnen Gemeinden unter das Dach seiner Filialen zu bekommen, damit er über das Gesamtvermögen verfügen kann und die Kirchen sukzessive wie im Bistum Essen ohne große Widerstände vor Ort durch seine XXL-Filialen schließen lassen kann.

Hier zeigt sich, wie gefährlich es gerade für die Kirche und ihre Gläubigen ist, dass der Bischof wie ein absolutistischer Fürst ohne Kontrolle durch eine Art Parlament oder einen unabhängigen Aufsichtsrat agieren und niemand ihn rechtlich oder tatsächlich bremsen kann.

Da das Bistum den Antrag der Initiative, die Pragma-Auswertung durch einen neutralen Experten zu bewerten, abgelehnt hat und es auch lediglich die Gremien der Kirchengemeinden und Pfarreien befragt hat, nicht aber wie von der Initiative „Kirchengemeinde vor Ort“ beantragt, die gesamten Christen des Bistums, wird die Initiative prüfen, ob sie selbst zusätzlich eine repräsentative demoskopische Umfrage unter allen Christen kurzfristig beauftragen wird.

In jedem Fall fordert die Initiative „Kirchengemeinde vor Ort“ einen sofortigen Stopp des Strukturreformprozesses, um Zeit zur Überprüfung, Information und Korrektur zu gewinnen und gemeinsam eine Lösung zu suchen, die möglichst alle mittragen wie sie z. Bsp. die Initiative bereits schriftlich mit ihrem „Trierer Weg“ dem Bischof vorgeschlagen hat.

Dieses Konzept eines „Trierer Weges“, der natürlich variiert werden kann,soll die Kriterien der Synode beachten und einen strukturellen Weg aufzeigen, der die Umsetzung des durch die Synode geprägten Leitbildes der diakonischen und missionarischen Kirche im Bistum Trier mit der Zustimmung von möglichst allen Christen sicherstellt.

Denn „was alle angeht, muss auch von allen gebilligt werden“, so ausdrücklich die Synode!

Die Presseerklärung steht auch als PDF-Datei (siehe rechts) zur Verfügung.

Stand der Beteiligung an der Initiative

Stand: 24. Juli 2019: Rückmeldungen gesamt: 325 Pfarreien/Kirchengemeinden

Teilnahme an der Initiative und damit gegen die Auflösung der Kirchengemeinden: 309

Für die Auflösung der Kirchengemeinden: 12

Noch ohne endgültigen Beschluss (unentschieden): 4

3 Kirchengemeinden sind mit der Vorgehensweise der Initiative nicht mehr einverstanden, sind aber weiter gegen die Auflösung der Kirchengemeinden.

Aus der Karte des gesamten Bistums (siehe rechte Seite) sind die Rückmeldungen insgesamt ersichtlich.

Wir bitten nochmals darum, in den Räten der Pfarrgemeinden/Kirchengemeinden Beschlüsse über die Zukunft der Kirchengemeinden zu fassen und an die Initiative "Kirchengemeinde vor Ort" an die Adresse initiative-kirchengemeinde@gmx.de mitzuteilen.

Zur Mitteilung (auch per Post) kann das nebenstehende Formular (Text bzw. PDF) genutzt werden.